09.05.2005

Zahlungsverkehr im Kreditkartengeschäft: Vortrag von John Vickers (OFT)

Großbritannien
Office of Fair Trading
Kreditkarten

http://www.oft.gov.uk

Sir John Vickers, Chairman der britischen Wettbewerbsbehörde, des Office of Fair Trading, hat in einem Beitrag vom 6. Mai 2005 für einen Kongress in den USA die Abrechnungsmodalitäten im Kreditkartengeschäft auf ihre wettbewerbsrechtliche Relevanz untersucht ("Public Policy and the Invisible Price: Competition Law, Regulation and the Interchange Fee").

Es geht um die Abrechnung zwischen zwei Banken. Die Bank des Kreditkarteninhabers (issuer) belastet das Konto des Käufers und stellt den Betrag der Bank des Händlers (acquirer) zur Verfügung. Für diesen Zahlungsvorgang wird eine Gebühr berechnet (interchange fee).

Sir John Vickers untersucht, wie diese Gebühr festgelegt wird, welche Interessen dabei zu berücksichtigen sind und auf welche Weise – durch Anwendung des Wettbewerbsrechts oder durch Regulierung – man Anreize für Wettbewerb schaffen kann. Es wird (auch für bankwirtschaftliche Laien) sehr anschaulich beschrieben, welche Faktoren dabei ins Kalkül gezogen werden müssen.

Da beim OFT einschlägige Fälle anhängig sind, hält sich Sir John mit einem Urteil sehr zurück. Deshalb fällt sein Fazit auch sehr kurz aus:

"The first question posed at the outset was whether the invisible hand would ensure that the invisible prices so frequently paid in modern economics – the interchange fees of the major credit card associations – would be set at economically efficient levels. For the reason outlined above, that is to be doubted. Where those invisible prices are of great economic importance – including for the evolution of payment systems – it follows that interchange fees are potentially of serious public concern. Perhaps they call for tailored regulation. Perhaps competition law can provide adequate discipline. We shall see."